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Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden Brandenburgs

Definition und Ableitung von Hintergrundwerten für Böden

1995 wurden erstmals bundesweite und länderspezifische Hintergrundwerte für Böden vorgelegt, die einen Überblick über ubiquitäre Gehalte an Schwermetallen und persistenten organischen Schadstoffen in Böden geben.

In den ersten beiden Auflagen des Berichtes wurden Hintergrundwerte zunächst für den Oberboden und die Auflagehorizonte von Waldböden angegeben. Verschiedene Fragestellungen des Bodenschutzes, u.a. hinsichtlich des Einbaus von Materialien in den Boden, begründen die Notwendigkeit der Ableitung von Hintergrundwerten auch für Unterböden. Die 2017 vorgelegte 4. Auflage des LABO-Berichtes zu Hintergrundwerten in Böden für die Bundesrepublik und die einzelnen Bundesländer enthält folgende wesentliche Ergänzungen:

  • Erweitertes Spektrum von anorganischen Schadstoffen; stärkere räumlich/ inhaltliche Differenzierung bei der Auswertung,
  • Länderübergreifende Hintergrundwerte für persistente organische Schadstoffe in Oberböden und
  • Quantifizierung von Unsicherheiten (Konfidenzbänder) für die Hintergrundwerte für anorganische Schadstoffe (bundesweiter Datensatz).

Hintergrundwerte für Böden beruhen auf den ermittelten Hintergrundgehalten und bezeichnen unter Angabe der statistischen Kenngrößen und der Differenzierung hinsichtlich der Bodeneigenschaften und Standortverhältnisse sowie der Bezugsgrößen Nutzung und Gebietstyp die repräsentativen Stoffkonzentrationen in Böden.

Der Hintergrundgehalt eines Bodens setzt sich zusammen

  • aus dem geogenen Grundgehalt eines Bodens
  • der ubiquitären Stoffverteilung als Folge diffuser Einträge in den Boden.

Der geogene Grundgehalt umfasst den Stoffbestand eines Bodens, der sich aus dem Ausgangsgestein (lithogener Anteil), ggf. Vererzungen (chalkogener Anteil) und der durch pedogenetische Prozesse beeinflussten Verteilung von Stoffen im Boden ergibt. Der Hintergrundgehalt organischer Schadstoffe ist weitgehend identisch mit den ubiquitären Einträgen, die durch pedogenetische Prozesse und Nutzungseinflüsse im Boden umverteilt wurden.

Die LABO empfiehlt, für die Ermittlung von Hintergrundgehalten und die Ableitung von Hintergrundwerten für Böden folgende Stoffe prioritär zu berücksichtigen:

Anorganische Stoffe: As, Cd, Co, Cr, Cu, Hg, Mo, Ni, Pb, Sb, Se, Tl, V, Zn

Organische Stoffe: PAK16, B(a)P, DDx, HCB, y-HCH, PCB6, dl-PCB, PCDD/F

Substrate:

» Substratableitungen für landwirtschaftlich genutzte Böden

» Substratableitungen für forstlich genutzte Böden

Differenzierung nach Nutzungen: Hintergrundwerte sind in Abhängigkeit von der Bodennutzung und unter Berücksichtigung der Bodenhorizonte aufzustellen, da diese ggf. unmittelbaren Einfluss auf die Verteilung der Stoffe im Boden sowie auf eine mögliche Zusatzbelastung haben (z.B. Acker, Wald).

Bodennutzungsarten und relevante Bodenhorizonte

Bodennutzungsart Bodenhorizont
Acker Ap-Horizont (ca. 0 - 30 cm)
Grünland Ah-Horizont (ca. 0 - 10 cm)
Wald Ah-Horizont (ca. 0 - 10 cm)
  Of/Oh-Horizont (bis 0 cm)

Differenzierung nach Gebieten mit unterschiedlicher Belastung: Die Hintergrundwerte sollen die ubiquitäre Verteilung von Stoffen im Boden in Abhängigkeit von der Immissionssituation beschreiben und einen direkten Einfluß von Emittenten (punktuelle Belastungen) ausklammern. Von einer gebietsbezogenen Aufstellung der Hintergrundwerte (z.B. ländliche Regionen, Ballungsräume) wurde für Brandenburg bisher jedoch aufgrund unzureichender Datengrundlage abgesehen.

Den aktuellen Bericht der Bund-Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) "Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden" aus 2017 für ganz Deutschland u.a. mit der Datenerhebung finden Sie hier in Form von zwei pdf-Dateien.

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Bodendaten und -informationsgrundlagen