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Die in den Maßnahmenprogrammen für die Flussgebietseinheiten Elbe und Oder verankerten Maßnahmen des Landes Brandenburg beinhalten hinsichtlich hydromorphologischer und hydrologischer Belastungen in erster Linie die Erarbeitung von 70 prioritären Gewässerentwicklungskonzepten (GEK) sowie die Umsetzung der dort entwickelten und verabschiedeten Einzelmaßnahmenvorschläge. Entsprechend WRRL-Artikel 11 (7) müssen alle Maßnahmen aus den Programmen bis Ende 2012 in die Praxis umgesetzt, d. h. begonnen worden sein. Dies ist mit einer Strategie der sukzessiven Abarbeitung - erst GEK, dann Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit anschließender Realisierung – nicht annähernd zu erreichen, denn der überwiegende Teil der GEK liegt erst 2011 und später vor.

 Im Sinne eines schnelleren Erreichens der WRRL-Ziele ist es für Gebiete, in denen noch kein GEK vorliegt, notwendig, unstrittige Maßnahmen vorzeitig zu beginnen. Diese Maßnahmen betreffen vor allem so genannte Vorranggewässer oder auch bedeutsame Teileinzugsgebiete, deren Defizite und die sich daraus ergebenden Maßnahmen weitestgehend bekannt sind. Viele dieser Gewässer sind "Lebensadern" von Natura-2000-Gebieten mit gefährdeten Fisch- und anderen Tier- und Pflanzenarten. Zu den naturschutzfachlichen Zielstellungen, die mit den WRRL-Zielen weitestgehend übereinstimmen, gehört insbesondere die Förderung der Fließgewässerdynamik, die Einrichtung von Gewässerschutzstreifen und Pufferzonen sowie die Förderung auentypischer Vegetation und Nutzungen.

Hinzu kommt, dass für diese Gewässer auch Aussagen zu ihren Entwicklungspotenzialen im Ergebnis einer Studie zur Raumverfügbarkeit vorliegen. Wo gute oder sogar sehr gute Entwicklungspotenziale vorhanden sind und der Raumwiderstand für Renaturierungsvorhaben eher gering ist, sollte ohne weiteren Zeitverzug gehandelt werden.

Die Umsetzung GEK-unabhängiger Vorrangmaßnahmen kann über verschiedene Wege erfolgen, die der Komplexität und den Randbedingungen für das jeweilige Maßnahmenpaket (Verantwortlichkeiten, Interessengruppen und mögliche Akteure, Vorbereitungsstände, Finanzierungsmöglichkeiten) gerecht werden. Dies können z. B. sein:

  • Konzepte / Projekte zu Gewässern I. Ordnung, die über die "Verwaltungsvorschrift zur Umsetzung von Maßnahmen in Trägerschaft des Landes zur Sanierung und naturnahen Entwicklung von Gewässern" realisiert werden,
  • Vorschläge für Maßnahmenanträge von Verbänden, Kommunen und Landkreisen, die über die Förderrichtlinien zum Landschaftswasserhaushalt oder für die Gewässersanierung realisiert werden können,
  • Projekte des NaturSchutzFonds Brandenburg oder
  • Konzepte, die sich über Naturschutzgroßvorhaben realisieren lassen (z. B. Gewässerrandstreifen- und EU-LIFE-Projekte).

Einige dieser GEK-unabhängigen Projekte sind bereits begonnen worden, u. a.

Weitere Projekte sind für 2012/13 angedacht. Im Fokus sind dabei Gewässer(abschnitte), die für das Brandenburger Fließgewässersystem und die ökologische Durchgängigkeit bedeutsam sind, wie z. B. die Temnitz im Rhingebiet, die Buckau mit Nebengewässern und die Dahme.

Diese zeitlich vorgezogenen WRRL-Maßnahmen werden als bereits laufende oder umgesetzte Vorhaben in die GEK-Bearbeitung einbezogen.

Letzte Aktualisierung: 11.04.2014

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 2
Referat W 26 - Gewässerentwicklung
Dr. Lukas Landgraf
Tel.: 033201/ 442-512
E-Mail an: Dr. Landgraf