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Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer Brandenburgs

Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie kommt der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit in den natürlich entstandenen Fließgewässersystemen eine vorrangige Bedeutung zu. Für die Ende 2009 verabschiedeten Brandenburger Bewirtschaftungspläne wurden daher solche Flüsse und Bäche als so genannte Vorranggewässer ausgewiesen, die für die Fischpopulationen durch ihre vernetzende Funktion und als Habitate eine herausragende Bedeutung haben und somit gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstrukturen sowie der ökologischen Durchgängigkeit erfordern.
Die länderübergreifend für das deutsche Elbeeinzugsgebiet abgestimmten überregionalen Vorranggewässer hat das Land Brandenburg durch regionale Vorranggewässer ergänzt. Eine analoge Ausweisung erfolgte auch für das Brandenburger Odereinzugsgebiet, obwohl hier durch die Internationale Kommission zum Schutz der Oder (IKSO) die Ausweisung überregionaler Vorranggewässer zum Zeitpunkt der Vergabe noch nicht erfolgt war. Die zentrale Funktion des Oderstroms für Lang- und Mitteldistanz-Wanderfische - u. a. den Stör und Flussneunauge - ist jedoch unstrittig.

Mit dem Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit erfolgt jetzt eine detaillierte Untersetzung mit folgenden Arbeitsschritten:

  • Ausweisung von Zielfischarten und abschnittsbezogenen fischökologischen Prioritätsstufen
    Dieser erste Teil mit dem Titel „Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer Brandenburgs –Ausweisung von Vorranggewässern-„liegt seit September 2010 vor und beinhaltet folgende Informationen und Daten:
    » Bericht des Instituts für Binnenfischerei e.V.
    » Karte der Brandenburger Vorranggewässer
    » Gewässerabschnitte mit Zielfisch- und Dimensionierungsarten
    » Bedeutung der vier Prioritätsstufen
  • Erarbeitung einer Entscheidungshilfe für die notwendigen Maßnahmen an Querbauwerken sowie Bewertung der Bauwerke in Vorranggewässern, die als Teil des Bundeswasserstraßennetzes dem Bund unterstehen
    Dieser zweite Teil mit dem Titel „Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer Brandenburgs (Teil II) – Bewertung und Priorisierung der Querbauwerke in Brandenburger Bundeswasserstraßen“ liegt seit dem 4. Quartal 2012 vor und enthält im Abschlussbericht:
    • Eine Einschätzung des „Bericht1697“ der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) zur "Herstellung der Durchgängigkeit an Staustufen von Bundeswasserstraßen – Fischökologische Einstufung der Dringlichkeit von Maßnahmen für den Fischaufstieg"
    • Eine Priorisierung der Querbauwerke des Bundes aus Sicht Brandenburgs
    • Standortanalysen und Gestaltungsvorschläge für Querbauwerke des Bundes aus Sicht Brandenburgs.
  • Bewertung der Bauwerke in Vorranggewässern, die als Landesgewässer dem LfU bzw. als Gewässer II. Ordnung den Gewässerunterhaltungsverbänden unterstehen
     
  • Nachweis der Wasserverfügbarkeit für die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit im Land Brandenburg

Die Studie wurde 2013 vom Institut biota in Zusammenarbeit mit dem Büro für Angewandte Hydrologie ausgeführt. Teil I führt den Nachweis für die prioritären überregionalen Vorranggewässer des Landes Brandenburg. Die Ergebnisse des Berichtes wurden im Rahmen einer Präsentation am 8. August 2013 im LfU vorgestellt. Teil II (Anhang) beinhaltet die Untersuchung für alle regionalen und überregionalen Vorranggewässer.

In der Regel bedarf jede Planung effektiver ortskonkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit weitergehender Analysen, Variantenvergleiche und der Einbeziehung von Gewässernutzern und -anrainern. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die landesweit zu erarbeitenden Gewässerentwicklungskonzepte, mit deren Hilfe erste konzeptionelle Grobplanungen der Einzelmaßnahmen vorgelegt werden sollen.

Zu den möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit zählen u. a.:

  • ersatzloser Rückbau einer Stauanlage oder eines Sohlabsturzes
  • Stauanlage / Sohlabsturz durch raue Rampe / Gleite ersetzen
  • Sohlrampe / -gleite nachbessern / optimieren
  • Fischpass an Wehr / Schleuse oder anderem Querbauwerk anlegen (auch Wasserkraftanlage)
  • vorhandenen Fischpass funktionsfähig machen / optimieren
  • Umgehungsgerinne anlegen oder optimieren
  • Verrohrung öffnen oder umgestalten (z. B. zu einem offenen Kastenprofil oder Durchmesser vergrößern)
  • Durchlass rückbauen oder umgestalten
  • Fischschutzmaßnahme an Wasserkraftanlage oder Entnahmebauwerk (z. B. Rechenanlage bauen oder ertüchtigen)
Letzte Aktualisierung: 02.11.2017

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 1
Referat W 14
Oberflächengewässergüte
Rainer Bock
Tel.: 033201/ 442-651
E-Mail an: Rainer Bock