MLUL

Aufgaben

Fachübergreifende Themen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Lausitzer Neiße

Steckbrief:

Quellgebiet: Tschechisches Isergebirge - mündet in die Oder bei Ratzdorf
Länge: 252 km gesamt, davon in Brandenburg  74,6 km
Einzugsgebiet: 4.460 km2 gesamt, davon in Brandenburg 570 km2
Gewässertyp: Gewässer I. Ordnung (Bundeswasserstraße)

Die Bedeutung für die Schifffahrt, die Trinkwassergewinnung und landwirtschaftliche Bewässerung ist im Land Brandenburg gering. 
Die Belastung durch kommunale Abwässer und Bergbau liegt im mittleren Bereich, durch industrielle Abwässer ist sie gering. 
Einem mittleren Energiegewinnungspotential (Wasserkraft) sowie einer mäßigen Nutzung für Freizeit und Erholung steht ein hoher Wert für den Natur- und Landschaftsschutz gegenüber.

Gewässergüte: Güteklasse II-III (kritisch belastet)

Lausitzer Neiße - Mündung in die Oder bei Ratzdorf Einer der größten linksseitigen Nebenflüsse der Oder ist die Lausitzer Neiße. Sie entspringt dem tschechischen Isergebirge, erreicht nach der Durchquerung des böhmischen Beckens die Oberlausitz und bildet dann bis zur Odermündung die Staatsgrenze zur polnischen Republik.

Bedingt durch das gute Gefälle befinden sich mehrere Wasserkraftanlagen mit Regulierungsbauwerken im Gewässer. Trotz Eindeichung und teilweisem Verbau von Uferzonen - durch die Strömungsverhältnisse besonders gefährdete Abschnitte sind durch Wasserbausteine bzw. Querpackwerke geschützt - ist die Neiße auf weiten Strecken als sensibles Fließgewässer mit hohem Schutzwert anzusehen. Die Vielfalt und Repräsentanz gefährdeter Arten ist hoch. Der Fluss ist auch Fischwanderweg, hier leben unter anderem einige der letzten Barben- und Flussneunaugenpopulationen Brandenburgs.

Die Neißeaue ist weitgehend erhalten, vor allem im Guben-Forster Neißetal, so dass sich entsprechende natürliche Strukturen wie Inseln, Verzweigungen und Kolke entwickeln konnten. Besonders wertvoll und schützenswert sind die Gehölzflächen auf den Inseln zwischen der Neiße und den Mühlgräben. Durch ihre Isolation ermöglichten Sukzessionsvorgänge auf diesen Flächen die Herausbildung einer naturnahen Vegetation. Aus deren Bestandszusammensetzung sollen jetzt Entwicklungsmaßnahmen für die Flussaue abgeleitet werden.

Die Gewässerbeschaffenheit der Neiße liegt derzeit in einer kritischen Belastungsstufe. Der Fluss verfügt aber über ein gutes Selbstreinigungsvermögen, so dass auf belastungsärmeren Gewässerstrecken eine bessere Güteklasse erreicht wird. Abwassereinleitungen aus den städtischen Kläranlagen in Guben und Forst bewirken allerdings immer noch eine Verschlechterung der Wasserqualität.

Das Auenverbundsystem zwischen Oder und Neiße soll erhalten bzw. wiederhergestellt und als Teil eines gemeinsamen Schutzgebietsverbundsystems mit der Republik Polen gesichert werden. Dabei sollen die Regionen links- und rechtsseitig der beiden Flüsse auch für einen grenzüberschreitenden, sanften Tourismus genutzt werden.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

Übersicht

Themen


Hochwasserportal Brandenburg

 

 


Kontakt

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft
Referat W12
E-Mail an: Hydrologie Potsdam