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EU-Life-Projekt "Binnensalzstellen Brandenburgs"

Strand-Aster und Erdbeer-Klee ...

... fühlen sich auf salzhaltigem Boden wohl. Sie wachsen an Salzstellen, die abseits der Meeresküsten in Europa selten und gefährdet sind. Solche Binnensalzstellen sind geologische und botanische Besonderheiten, für die Brandenburg europaweit eine besondere Verantwortung hat. Durch das Programm LIFE-Natur unterstützt die Europäische Union noch bis Anfang 2010 ein Projekt zum Erhalt solcher Lebensräume in Brandenburg.

Wie entstehen Binnensalzstellen

An Binnensalzstellen tritt salzhaltiges Grundwasser an die Oberfläche. Die Salze stammen überwiegend aus der Zechsteinformation, die vor etwa 250 Mio.Jahren entstand, als ein Meer das heutige Mitteleuropa bedeckte. Im Normalfall verhindern mächtige Tonschichten den Aufstieg des Salzwassers in das oberflächennahe Süßwasser. Wo diese Tone fehlen, kann das Salzwasser aufsteigen und es können Salzstellen entstehen. Wenn man dort den Boden kostet, ist das Salz zwar nicht zu schmecken, jedoch reicht der Salzgehalt aus, um spezieller Vegetation einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen. 

Pflanzen wie am Meer

Dort wo Salzpflanzen (Halophyten), wie Strand-Dreizack, Strand-Milchkraut, Salz-Binse und Strandaster vorkommen, ist der Salzgehalt vergleichsweise hoch. Salzholde Arten wie Erdbeerklee und Salz-Teichsimse bevorzugen Böden mit einem schwachen Salzgehalt. Salztolerante Arten wie die zusammengedrückte Binse und das Sumpf-Knabenkraut kommen zwar häufig an salzbeeinflussten, aber auch anderen Standorten vor.

Ein gefährdeter Lebensraum

Salzwiesen und –weiden sind halbnatürliche Lebensräume, die erst durch extensive Wiesen- oder Weidenutzung entstanden sind. Im Binnenland sind sie nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der EU als prioritäre Lebensräume geschützt.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bedingungen für die Salzvegetation in Brandenburg deutlich verschlechtert. Vor allem durch die Melioration von Niederungsflächen verschwanden salzbeeinflusste, feuchte und wechselfeuchte Standorte entweder ganz (Großes Havelländisches Luch) oder wurden stark beeinträchtigt. Vielfach werden Salzwiesen aber auch nicht mehr genutzt, so dass sich Schilfröhrichte oder Weiden- und Erlengehölze entwickelten.

Ziele

Das EU-LIFE-Projekt „Binnensalzstellen in Brandenburg“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Voraussetzungen für die Existenz der Salzwiesen und –weiden in mehreren Gebieten im Land Brandenburg zu verbessern bzw. wieder herzustellen.

Letzte Aktualisierung: 16.07.2013

Übersicht


Logo Binnensalzstellen Brandenburgs



Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung
Referat N3 - Natura 2000,
Arten- u. Biotopschutz
Andreas Herrmann
Tel.: 033201/ 442-221
E-Mail an: Andreas Herrmann